Ausstellungen

08.06.2013 - Das Stadtmuseum von Biograd

Im Rahmen des Gnalić-Projektes waren die FUWA-Mitglieder im Sommer 2013 nicht nur im täglichen Taucheinsatz sondern haben auch aktiv bei den restauratorischen Arbeiten an Land geholfen. Im Stadtmuseum von Biograd wurden geborgene Gegenstände aus Holz und Metall sowie eine Vielzahl von Bleikegeln gesäubert und konservatorisch behandelt. Dabei hat sich natürlich auch die Gelegenheit ergeben, die sehenswerten Ausstellungen im Stadtmuseum zu besichtigen.

Das Gebäude des Museums gehört zu den Kulturdenkmälern Biograds. Es wurde auf Ruinen der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet. 1876 wurde durch Kaiser und König Franz Joseph I im Gebäude das Bezirksgericht gegründet. Das heutige Stadtmuseum wurde 1969 eröffnet. Schwerpunkt des Museums ist die Präsentation von bisher geborgenen Funden des 1583 vor Biograd gesunkenen venezianischen Handelsschiffs, das aktuell im Rahmen des Gnalić-Projektes weiter erforscht wird.

Die Sammlung des Museums enthält mehr als 10 000 Fundstücke aus dem Wrack, von denen eine Vielzahl in den Ausstellungsräumen präsentiert wird. Neben den geborgenen Schiffskanonen werden alle im Schiff gefundenen Warengruppen mit Exponaten vorgestellt. Unterschiedlichste Objekte aus Glas (Becher, Flaschen, Kannen, Schalen, Spiegel, Brillen, Perlen), die größtenteils aus den venezianischen Murano-Werkstätten stammten, aber auch luxuriöse, mit Gold verzierte Keramik, Wand- und Deckenkronleuchter und vieles mehr werden präsentiert. Unter den geborgenen Gegenständen befand sich auch eine große schwere Truhe, in der besonders wertvolle Gegenstände vermutet wurden. Zum Vorschein kamen aber nur ein Seidenballen Damast, acht Mützen, drei Männer-Leinenhemde und eine Box mit Gewichten und Waagen. Die anfängliche Enttäuschung war groß. Schnell stellte sich aber heraus, dass der Ballen und die Kleidung auf Grund ihrer Seltenheit und tadellosen Erhaltung kulturhistorisch besonders wertvolle Funde darstellten.

Das Museum hat aber noch viel mehr zu bieten. Es besitzt eine interessante archäologische Sammlung von prähistorischen, antiken und frühkroatischen Exponaten. Zahlreiche Objekte zeugen von einer stürmischen Geschichte der Stadt Biograd, des Hinterlandes und der umliegenden Gebiete. Zusätzlich besitzt das Museum auch eine größere Kunstgemäldesammlung kroatischer Künstler.

Adresse:   Zavičajni muzej
 
    Obala kralja Petra Krešimira IV 20
 
    23210 Biograd na Moru / Kroatien  
    Webseite des Museums  

Zum Nachlesen und vieles mehr:

  • Radić Rossi, I., Bondioli, M., Brusić, Z., Castro, F. & Nicolardi, M. (2013): Das "Schiffswrack von Gnalić" - Spiegel der Renaissance Europas. - In: Reinfeld, M. (Hrsg.), Archäologie im Mittelmeer. Philipp von Zabern, Darmstadt Mainz: 62-72.

Das gesamte Buch ist im Buchhandel erhältlich.


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